Aktuell

ZORN
Wir machen Theater!
Bettina Koch und Jürgen Reitz


Mit Zorn schlagen wir ein weiteres Kapitel in unserem Sieben-Todsünden-Projekt auf.
Die Ereignisse, die wir zur Darstellung dieses grausamsten und zugleich menschlichsten aller Affekte gewählt haben,
entstammen der Mythologie, der Literatur und der tatsächlichen Geschichte;
sie reichen von Homers Ilias bis zu den ideologisch verbrämten Zornhandlungen unserer Gegenwart.
In dicht aufeinander folgenden Szenen und Dialogen stellen wir erfrischend moralinfrei
und ohne Pathos die Frage nach dem tieferen Sinn und Wesen des Zorns
und berühren dabei scheinbar beiläufig Grundfragen unserer Existenz.


Zorn
Die Liebe, der Krieg und die Andern
Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. Briefe 39/40

Eine Lesung von und mit Bettina Koch und Jürgen Reitz, Mis en scène: Petra Lamy

„Sartre und ich – das ist eine Osmose.“ Das sagt Simone de Beauvoir, Schriftstellerin, Philosophin, Feministin. „Man kann nicht vereinter sein, als wir es sind“, sagt er.
Äußerste Nähe und absolute Individualität – das sind die spannungsgeladenen Pole dieser ungewöhnlichen Paar-Beziehung. Begründet wurde sie in der Zeit der Trennung und des Krieges in hunderten von Briefseiten. Fünfzig Jahre lang währte diese „Osmose“, aufgelöst erst durch Sartres Tod 1980, und sie enthielt eine Dichte, „an der unsere ganz normale Beziehungsspießerei verzweifeln muss“(Walter van Rossum).
Bettina Koch und Jürgen Reitz haben eine Briefauswahl zusammengestellt, die versuchen will, ein Licht auf den Lebensbund dieses Paares zu werfen.
Simone de Beauvoir wäre im Januar 2008 hundert Jahre geworden.



simone de beauvoir
Foyer

Uraufführung
Schauspiel von Jürgen Reitz
Es spielen: Bettina Koch, Barbara Scheck, Jürgen Reitz
Im Foyer des Theaters bricht eine Besucherin, die zu spät kommt, bewusstlos zusammen. Die beiden Angestellten, die sich um die Frau kümmern, verwickeln sie, als sie wieder zu sich kommt,  in ein Verwirrspiel. Sie schlüpfen in Bühnenfiguren und rezitieren Shakespeare: Hamlet, Othello, Romeo und Julia, Ein Sommernachtstraum, Wie es euch gefällt.
Offensichtlich handelt es sich dabei um eine Spielerei, mit der sie ihre Wartezeiten zu überbrücken pflegen. Die Besucherin erscheint als willkommene Abwechslung. Doch, einmal in Gang gesetzt, bekommt diese ansonsten harmlose Spielerei eine Dynamik, führt zu unvorhersehbaren Komplikationen, und wird schließlich zu einer tödlichen Bedrohung der geordneten Welt jedes der Akteure.
Das "Zuspätkommen" zieht sich wie ein roter Faden vom Beginn bis zum Ende des Stückes. Jeder der agierenden Personen wird im Laufe der Handlung eine Erkenntnis zuteil – und in jedem Falle kommt sie zu spät. Vielleicht der größte Nachteil der menschlichen Erkenntnisfähigkeit überhaupt: sie bezieht sich immer nur auf Vergangenes.

SZ Kritik:
Ein Spiel mit Sogwirkung. Eine intelligente Reflexion über das Theater und bis zum Ende spannend wie ein Krimi.





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