Freie Bühnen


Sie ist eine der starken Frauen der Saarbrücker Theaterszene. Auch wenn Bettina Koch natürlich wie viele andere unserer Künstler fast mehr in anderen Bundesländern zu sehen ist, als hierzulande ... (Saarbrücker Zeitung, 2.2.2004)

1984 habe ich mit Ingrid Braun und Alice Hofmann das Frauentheater SIRENE gegründet.
Wir waren unserer Zeit weit voraus und hätten die „Missfits“ werden können, wenn wir uns nicht regelmäßig in die henna - gefärbten Haare gekriegt hätten. Eines unserer Programme „Komm, ich hab Lust auf Dich!“ wurde in Saarbrücken zum Kultabend und hat die ganze Stadt sowie Neuss, Gaggenau, Oldenburg und das Mainzer Unterhaus erotisiert.

(Alice Hofmann ist inzwischen als Hilde Becker / und Vanessa Backes berühmt, und Ingrid Braun spielt an verschiedenen deutschen Bühnen und tourt 2005 durch Indien. www.fliegende-fische.com)

Meiner Vita zu liebe habe ich dann einige Stadttheater hinter mich gebracht, bis mich Ingrid Braun zurück nach Saarbrücken rief, um mit ihr die künstlerische Leitung des Echo-Theaters zu übernehmen. Dieses wunderbare Haus hat mit seinem festen Ensemble über Jahre die Lücke zwischen Staatstheater und Kleinkunstszene geschlossen. Gemeinsam mit Jürgen Reitz und Wolf Giloi entstand der nächste Kultabend, „Sag mir, wie Du’s haben willst!“. Wir entwickelten unseren eigenen Stil, kleine Opern mit minimalistischen Mitteln, wie:

„Die „Pechmarie"
Feuilleton Saarbrücker Zeitung 23./24. März 1991
So viel Marie war nie - Premiere im Echotheater - Solo für Bettina Koch (von Cathrin Elss)
Unmittelbar nach Verlassen des Saarbrücker Echo-Theaters springt uns im Hinterhof eine Katze vor die Füße - und damit sofort wieder eine der Szenen des Premiereabends vors innere Auge: Bettina Koch auf den Boden ihres Theaters gegossen, als Katze Kiss. Magie in zwei Fingern, die über den Körper marschieren. Deshalb nun dieser Moment reizvoll-rätselhafter Überblendung. Die Katze ist eine Katze ist eine Katze. Ist real existierendes und Fabeltier in einem. So mischt sich auch im „Pechmarie“-Stück der Gruppe Sirene die anrührend realistische Darstellungsart von Bettina Koch mit dem ins Mythische ausgreifenden Inhalt...
... Bettina Koch und Jürgen Reitz sind für ihre Pechmarie, die sie in Improvisationen erarbeitet haben auf die Suche gegangen nach Urbildern des kollektiven Unbewußten, die seit Jahrtausenden Mythen und Märchen bevölkern...
...Unzweifelhaft profitiert das Stück von der glänzenden schauspielerischen Leistung der Protagonistin. Bettina Kochs Pechmarie ist die Pechmarie, ist jede Frau, die sich verweigert. Negativheldin, Rebellin. Sie lehnt den „Erwachsenenkram“ ab, das Frau-Werden und damit ihre Selbstfindung. Sie ist das Kind mit eckigen, ungebärdigen Bewegungen, der burschikose Teenager, die raunende Sybille, fernab jeder Weltzeit, ganz Weib, das sich herzeigt und verströmt ...Was für ein Früchtchen...

Falls ich dem geschätzten Leser dieser homepage eine Auswahl meiner Superkritiken kostenfrei zuschicken soll, bitte Kontakt aufnehmen: Bkoch27857@aol.com. Verrisse habe ich nicht kopiert, Zeitungspapier verwest ja.

„Olas Chicas"

Nach der Schließung des Echos aus baupolizeilichen Gründen durften wir im Kleinen Haus des saarländischen Staatstheaters weiterarbeiten. Jürgen Reitz hat den Theaterbetrieb im Domicil Leidinger aufgebaut, ich bin nach der Geburt meines Sohnes dort eingestiegen, hatte dann die Leitung gemeinsam mit Peter Tiefenbrunner. Unter meiner Regie ist die Produktion „Das Gänsegretel von Fechingen... Gans oder gar nicht...“ entstanden. Mein Spieltrieb ist stärker ausgeprägt als mein Organisationstalent, im Leidinger arbeitet jetzt Barbara Scheck, und ich kann wieder spielen, und da mein Sohn inzwischen groß und stark ist, ... quer durch Deutschland...